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Gürtelrose

Gesichtsrose, Herpes zoster, postzosterische Neuralgie, Zoster ophtalmicus, Zoster oticus

Ursachen

Die akut auftretende Gürtelrose stellt eine Entzündung der Nerven und Nervenwurzeln dar und ist eine Erkrankung sowohl der Haut, wie auch der Nerven selbst. Sie stellt einen schmerztherapeutischen Notfall dar und bedarf sofortiger Behandlung.

Bei der Gürtelrose sind Viren, die im Körper nach einer Windpocken-Infektion (Varicella zoster Virus) überdauert haben, wieder aktiviert worden.

Als auslösende Faktoren sind ein höheres Alter sowie eine Schwäche des Immunsystems z.B. durch Stress oder Erkrankungen bekannt.

Diagnose/Befunde

Dem Patienten fällt häufig eine mit brennenden Schmerzen einhergehende Bläschenbildung in den allermeisten Fällen streng einseitig und auf ein Hautareal begrenzte Bläschenbildung auf. Diese können alle Körperregionen betreffen.

Häufig sind sie im Bereich der Lendenwirbelsäule zu finden, daher der Name Gürtelrose. Jedoch sind auch alle anderen Körperregionen nicht von einem Befall ausgeschlossen.

Im Gesicht spricht man von einer Gesichtsrose. Auch das Auge kann betroffen sein.

Jedoch ist auch das Auftreten einer reinen Schmerzsymptomatik ohne Bläschenbildung möglich. Die Bläschen heilen in der Regel jedoch häufig mit einer Hautveränderung oder auch Narbenbildung. Die Patienten beschreiben den Schmerz als brennend, wie Feuer und rohes Fleisch. Häufig führt schon eine minimale Berührung oder gar ein Lufthauch zur Schmerzverstärkung. (Alodynie, Hyperalgesie).

Bei einem akuten Infekt darüberhinaus können Laborwerte das Virus im Blut nachweisen.

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Therapie

Schon beim klinischen Verdacht auf eine akute Gürtelrose sollte mit einem antiviralen Medikament (z.B. Aziclovir, Brivudin, oder ähnlichem) behandelt werden. Wichtig ist, dass man hier streng entsprechend der Einnahmevorschrift die Medikamente einnimmt und entsprechend lange behandelt.

Sollten die Schmerzen nicht innerhalb dieses Behandlungszeitraumes zurückgehen, oder trotz antiviraler Behandlung sogar zunehmen, ist eine dringliche Vorstellung beim Schmerztherapeuten notwendig, um einer Chronifizierung dieses ausgeprägten Schmerzbildes vorzubeugen. Wenn innerhalb eines Zeitfensters von vier bis sechs Wochen nach Ausbruch der Gürtelrose behandelt wird, sind die Erfolgsaussichten als gut bis sehr gut zu bezeichnen.

Hierbei ist es wichtig, dass die Schmerzweiterleitung an den entsprechenden Nerven durch die lokale Gabe von Lokalanaesthetica, auch mit Corticoid z.B. an die Nervenwurzel oder im Bereich des Wirbelkanales mittels Katheter-Applikation behandelt wird.

Medikamentös wird auf die Gabe von Antikonvulsiva, Antidepressiva und anderes zurückgegriffen.

Bei schon fortgeschrittener Chronifikation ist die Applikation von Gegenirritationsverfahren (TENS oder SNCS-Sondenimplantation) zu diskutieren.

Schmerzdistanzierende Verfahren wie Hypnose, Hypnoanalgesie oder Behandlung von Begleitphänomenen wie Muskelschmerzen durch Akupunktur sind hilfreich.

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