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Tumorschmerzen

Ursachen

Die Ursachen von Tumorschmerzen können sehr vielschichtig sein. Zunächst einmal kann der Tumor und die Krebserkrankung selbst Schmerzen verursachen, häufiger jedoch bestehen die Schmerzen aufgrund der Ausbildung von Metastasen, d.h. Tochtergeschwülsten des ursprünglichen Tumorleidens. Wenn ein Krebs oder seine Tochtergeschwülste sich in Eingeweiden gefinden, reizen sie dort das innere Organ und seine Kapsel selbst, sowie das Bauchfell. Eventuell können die Tumoren auch auf Nerven oder Nervengeflechte drücken. Wenn das Knochenskelett befallen ist, kann es zu Knochenbrüchen, sowohl im Bereich der Extremitäten, wie im Bereich der Wirbelsäule kommen. Dabei kann auch das Rückenmark selbst betroffen sein.

Regelhaft leidet die Seele des Betroffenen immer mit und verstärkt durch die sich ausbildende reaktive Depression die Schmerzsymptomatik.

Symptome

In Abhängigkeit von der Lokalisierung der Krebsgeschwulst ist der Schmerzcharakter auch unterschiedlich. Ein Eingeweideschmerz z.B. führt zu eher ziehenden, krampfähnlichen und kolikartigen Schmerzen im Bauch, auch mit Ausstrahlung in Brust- und Leistengegend. Knochenschmerzen durch Metastasen oder Knochenbrüche sind heftig, einschießend, messerstichartig, ausstrahlend und meistens bewegungsabhängig. Schmerzen, die auf einen Nerven oder Nervengeflecht drücken, zeigen häufig neben dem typisch einschießenden, elektrisierenden und ausstrahlenden Schmerz, der teilweise brennend, wie wundes Fleisch empfunden wird, auch noch Anteile von Missempfindungen (Parästhesien) oder Muskelschwäche und evt. Störung der Ausscheidungsfunktionen.

Diagnose/Befunde

In der Regel sind die meisten Patienten mit einem Krebsleiden schon komplett untersucht worden. Eventuell muss die schon durchgeführte Diagnostik um spezielle Verfahren erweitert werden. Hier sind die bildgebenden Verfahren, wie Computertomographie (CT), Kernspin, Magnetresonanztomographie (MRT) und Knochenszintigraphie zu nennen. Wichtig ist hier auch das Herausarbeiten des sozialen Umfeldes, um zu beurteilen, inwieweit der bzw. die Betroffene im häuslichen Umfeld versorgt ist.

Therapie

Entsprechend des Befundes wird individuell angepasst ein medikamentöses Behandlungsprogramm ausgearbeitet. Dies bezieht neben der Gabe von klassischen Schmerzmitteln auch die Gabe von Opiaten ein. Hierbei ist anzumerken, dass es zu keinerlei Suchtproblemen kommt. Bisher ist es nicht beschrieben worden, dass Patienten mit Schmerzen bei Tumorerkrankungen eine entsprechende Suchtproblematik entwickeln. Regelhaft werden zusätzliche Medikamente eingesetzt. Insbesondere sind hier zu nennen: Neuroleptica, Antidepressiva, Antikonvulsiva, Corticoide. Zusätzlich eingesetzt werden können Cannabinoide, Muskelrelaxanzien, Spasmolytica etc.

Es ist immens wichtig, die Sorgen und Ängste der Betroffenen anzusprechen und zu berücksichtigen. Wenn möglich kann die häusliche Versorgung über die Sozialstationen erfolgen. Wir haben seit 1998 in enger Kooperation mit der Caritas Hochrhein des Landkreises Waldshut und der Sozialstation St. Martin, Bad Säckingen am Hochrhein ein entsprechendes kompetentes Behandlungsteam ausgebildet, das in Zusammenarbeit mit den Hausärzten vor Ort eine adäquate Versorgung dieser Patienten zu gewährleisten versucht.

Dies ermöglicht es uns auch komplexere Therapieverfahren wie die Ausstattung mit Ports, Kathetersystemen und PCA-Pumpen vor Ort zu gewährleisten.

Wenn eine Sterbebegleitung gewünscht ist, stehen wir mit den Hospizdiensten der Landkreise Waldshut und Lörrach in Verbindung.

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