Kryoneurolyse (Nerven-Vereisung)

Indikation/Anwendungsgebiete

Neuromschmerzen, Nervenschmerzen, Neuralgien, Tennis-Ellenbogen (Epicondylitis), Golfer-Ellenbogen, Insertionstendopathien, Sehnenansatzentzündungen, Occipitalisneuralgie, Nerveneinklemmungen. (Das Einsatzgebiet ist beschränkt auf die Behandlung rein sensibler Nervenstrukturen).

Wirkungsweise

Die Kryoneurolyse stellt ein minimal invasives Verfahren dar, bei dem eine ca. bleistiftminendünne Sonde in die unmittelbare Nähe des betroffenen, schmerzweiterleitenden Nerven eingebracht wird. Hierbei wird in der Regel unter lokaler Betäubung der Nerv aufgesucht und mit elektrischer Stimulation die Sondenlage kontrolliert. An der Wirbelsäule wird die Lage zusätzlich unter einem Röntgenbildverstärker bildhaft dargestellt. Anschließend erfolgt ein gezieltes Herunterkühlen auf - 60°C an der Sondenspitze. Hierbei wird die sensible Nervenfunktion unterbrochen. In der Regel hält das schmerzfreie Intervall von drei Monaten bis zu zwei Jahren an. Bei diesem Verfahren legen wir Wert darauf, dass der Nerv an sich nicht in seiner Struktur zerstört wird. Die Struktur bleibt erhalten, und der Nerv kann sich wieder vollständig regenerieren.

Um die Erfolgsaussichten einer Kryoneurolyse beurteilen zu können, wird in aller Regel in einer vorhergehenden Sitzung ein lokales Betäubungsmittel an den Nerv injiziert, so dass sich das Erfolgsergebnis der Vereisung in aller Regel gut vorhersagen lässt. Der Eingriff wird regelhaft in lokaler Betäubung durchgeführt. Eine komplette Schmerzfreiheit ist jedoch nicht immer gewünscht, da die subjektive Antwort des Patienten, dass man seinen Schmerz auslösen kann für ein gutes Resultat wichtig ist. Wenn es gewünscht ist, kann das Verfahren in einer Allgemeinbetäubung (Analgosedierung) durchgeführt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass daran anschließend die Teilnahme am Straßenverkehr nicht gestattet ist.

Die erreichte Schmerzreduktion wird dann zum Erlernen neuer Bewegungsmuster genutzt. Hier kommen Verfahren wie Schmerzphysiotherapie, Haptonomie und Haptotherapie, Osteopathie, propriozeptives Training, Trainingstherapie und Alexander-Technik zur Anwendung.

Risiken

Es besteht, wie bei jedem kleinen operativen Eingriff, die Möglichkeit einer lokalen Blutung (Haematom), ebenso wie die Möglichkeit einer Infektion. Theoretisch besteht, wie bei jedem operativen Eingriff, auch die Möglichkeit der Verletzung von Strukturen, die nicht verletzt werden sollten. Dies sind im Bereich des Eingriffes an der Wirbelsäulen die dort vorhandenen Strukturen von Blutgefäßen, Nerven und inneren Organen. Im Bereich der Bauchdecke können Organe des Bauchraumes verletzt werden.

Wir verfügen über eine Erfahrung von über 1500 Kryoneurolysen an über 750 Patienten. Bisher sind keine ernsthaften Komplikationen aufgetreten.

Kosten

Das Verfahren der Kryoneurolyse wird sowohl von den gesetzlichen, wie auch den privaten Kostenträgern in aller Regel vollständig übernommen.

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