Schmerzzentrum Hochrhein › Erkrankungen › Kopf- und Gesichtsschmerzen › Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen

Kopfschmerz vom Spannungstyp, tension haedache, Cephalea

Ursache

Der Spannungskopfschmerz ist der am häufigsten auftretende Kopfschmerztyp, Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, auch ist er wesentlich häufiger als die klassische Migräne. Auslösende Faktoren können anlagebedingt sein, ebenso ausgelöst durch Stresssituationen, chronische Überforderung oder depressive Erkrankungen. Begleitend dabei ist in der Regel eine deutliche Erhöhung der Muskelanspannung im Halsbereich und empfindliche Stellen am Hinterhaupt. Funktionseinschränkungen der HWS-Beweglichkeit sind häufig. Spannungskopfschmerzen können einem typischen Migräneanfall vorausgehen.

Symptome

Der Patient klagt in der Regel über diffuse, dumpf drückende Schmerzen im Hinterhauptsbereich, die bis in Schläfen oder Stirn ausstrahlen. Als Begleitphänomene findet man häufig Übelkeit und Schwindel ebenso wie eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Geruch. In der Regel kommt es nur in Ausnahmefällen zu Erbrechen.

Diagnose/Befunde

In der Regel finden sich im beschwerdefreien Intervall keine typischen Symptome, jedoch lassen folgende Befunde die Diagnose eines Spannungskopfschmerz für wahrscheinlich erscheinen:

Diese sind im einzelnen schmerzhafte Nervenaustrittspunkte am Hinterhaupt, muskuläre Druckpunkte im Bereich der Hals- und Nackenmuskulatur. Schmerzhafte Kaumuskulatur (nächtliches Zähneknirschen!). Eingeschränkte Funktion der Halswirbelsäule. Störherde nach Hunnecke im Sinne von Entzündungsherden im Rachenbereich. Abgegrenzt werden muss der Spannungskopfschmerz vom medikamentenbedingten Kopfschmerz, der Migräne, dem cervicogenen Kopfschmerz, LINK +++dem symptomatischen Kopfschmerz und dem Kombinationskopfschmerz.

Therapie

Die Therapie des Spannungskopfschmerzes legt sowohl im diagnostischen wie therapeutischen Bereich einen Schwerpunkt auf die therapeutische Lokalanästhesie oder Neuraltherapie, auf die Behandlung der Funktionsstörungen im Bereich der HWS, z.B. durch manuelle Therapie oder Osteopathie. Ergänzt wird dies mit Erfolg durch Akupunktur und Stimulation von muskulären Trigger-Punkten. Als medikamentöse Therapie kann als Prophylaxe ein niedrig dosiertes Antidepressivum evt. auch auf pflanzlicher Basis (Johanniskraut) angewendet werden. In der Regel wirkt eine Gabe von Magnesium in höherer Dosierung stabilisierend. Ein Schwerpunkt in der Behandlung der Kopfschmerzen liegt in einer Reduzierung der erhöhten inneren Anspannung durch gezielte Entspannungsverfahren, wie z.B. die Relaxation nach Jacobsen. Verfahren wie die Haptonomie und Haptotherapie können hier die lebensgeschichtlichen Zusammenhänge aufzeigen. Die Alexander-Technik eignet sich sehr gut zum Korrigieren von Fehlhaltungen. Ein verhaltenstherapeutisches Konzept, das auch das Biofeedback-Verfahren nutzt, kann konkrete Lösungsvorschläge in auslösenden Situationen anbieten.